LIEBE UND KRIEG
Zweibrücken, den 25. August 1942
Mein lieber Walter !
Zunächst sende ich Dir die herzlichsten
Grüsse und Küsse. Mir geht es noch gut was
ich auch von Dir hoffe. Ich habe nur wieder
erneut furchtbares Halsweh. Heute Nacht
sassen wir nämlich wieder 2 1/2 Stunden im
Luftschutzkeller, da hat man sich gleich eine
Erkältung zugezogen. Hoffentlich geht das bald
vorüber. Wenn Du nur bei mir wärst wäre es gleich
vorbei. Ich bleibe heute Abend wieder bis
8 Uhr im Geschäft, denn da vergeht die Zeit
am schnellsten. Daheim weiss ich nicht wie
ich den Abend herum bringen soll. Zum
Arbeiten daheim habe ich keine Lust und
schlafen kann ich auch nicht, da bleibe
ich halt im Büro und arbeite hier ein
bischen, wenns nicht viel ist ist es wenig.
Zunächst schreibe ich Dir ja jetzt dieses
Brieflein. Ich bekomme eben wieder selten
Post von Dir. Schreibe mir doch bitte so-
oft Du kannst, denn Deine Briefe sind das
einzige woran ich meine Freude habe. An was soll
man sich sonst freuen. Es ist alles so einsam
ohne Dich. Wenn Du doch nur erst hier sein
könntest. Einmal wird auch das kommen, dann
wollen wir uns des Lebens freuen und wollen
den Krieg vergessen. Eigentlich dürfen wir den
Krieg ja nicht ganz verdammen, denn wenn
kein Krieg wäre, hätten wir uns nie kennen
gelernt. Also war er doch für etwas gut.
Aber jetzt hätte er lange genug gedauert.
Vielleicht nimmt er dieses Jahr noch ein
Ende. Wir wollen das Beste hoffen. Sonst
können wir ja nichts wie hoffen und warten
und Gott wird lenken.
Für heute Grüsse und Küsse ich Dirch nun nochmals Deine
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